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Wege aus der Depression Wege aus der Depression

2010-08-14 11:30

Sind „Online-Therapien” per Telefon bei Depressionen hilfreich? Sind „Online-Therapien” per Telefon bei Depressionen hilfreich?

Manches haftet Berufsbildern so fest an, dass sie kaum wegzudenken sind. Der weiße Kittel des Hausarztes und die Krawatte des Bankangestellten gehören dazu wie beim Therapeuten die Couch. Aber eine aktuelle Studie zeigt, dass Psychotherapie per Telefon und im eigenen Wohnzimmer sehr effektiv sein kann. Wir haben die Presseerklärung der Universität von voriger Woche übersetzt, in der die Forscher auf die praktischen Vorteile ihrer Telefontherapie hinweisen:

Die Therapie von klinischen Depressionen per Telefon ist fast genauso effektiv wie persönliche Sitzungen mit dem Therapeuten. Das zeigt eine neue Studie von Forschern der Brigham Young University in den USA.

An der Pilotstudie nahmen dreißig PatientInnen teil, kurz nachdem bei ihnen klinische Depressionen festgestellt worden waren. Die normale Behandlung sieht dann acht Sitzungen mit kognitiver Verhaltenstherapie in einer ambulanten psychiatrischen Klinik vor. Aber stattdessen sprachen PatientInnen und TherapeutInnen die gleichen Dinge in einer Reihe von Telefonaten durch. Die Telefongespräche waren unterschiedlich lang und dauerten zwischen einundzwanzig und zweiundfünfzig Minuten. Die PatientInnen erhielten keine Antidepressiva.

Eine Nachuntersuchung sechs Monate später zeigte, dass sich zweiundvierzig Prozent der PatientInnen von ihren Depressionen erholt hatten. Wenn diese Therapie in persönlichen Sitzungen durchgeführt wird, liegt die Rate erfahrungsgemäß bei fünfzig Prozent.

„Eine solche Effizienz reicht aus, um ein Angebot von Psychotherapie per Telefon oder per Webcam zu rechtfertigen”, sagt Diane Spangler, eine Professorin für Psychologie an der Brigham Young University und Mitautorin der Studie. „Die Behandlung ist benutzerfreundlicher – kein Hin- und Herfahren, mehr Flexibilität bei Ort und Zeit – und hat keine Nebenwirkungen.“

Telefontherapie wird nicht für jeden das Richtige sein. Ein Drittel der PatientInnen, die an der Studie hätten teilnehmen können, lehnten das Angebot von Therapiesitzungen per Telefon ab und zogen die Couch des Therapeuten ihrer eigenen zu Hause vor. Aber für Menschen, die gerne telefonieren, könnte es bald eine Therapieform geben, die billiger und bequemer ist und ohne peinliches Wartezimmer auskommt.

Obwohl dreißig PatientInnen nicht viel sind, zitieren die AutorInnen eine frühere Therapiestudie über Antidepressiva, zu der auch Therapiegespräche per Telefon gehörten. In dieser Studie war der zusätzliche therapeutische Nutzen der Telefonate für Patienten vergleichbar mit der neusten Studie an der Brigham Young University.

Steve Tutty, ein ehemaliger Doktorand und MitarbeiterInnen von Spangler, ist der erste Autor der Studie, die in der Juniausgabe von Behavior Therapy erscheint.

Quellen:
Brigham Young University News, 10.5.10
Tutty et al. Behavior Therapy, Juni 2010


Fachautor: Praxis Dr. Shaw
2010-06-07 01:55

Lichttherapie bei Depressionen Lichttherapie bei Depressionen

Depressionen können vielerlei unterschiedliche Ursachen haben. Wissenschaftliche Studien belegen jedoch, dass Licht den Serotoninspiegel steigen lässt und sich damit positiv auf die Psyche auswirkt. Nicht nur in den skandinavischen Ländern setzen viele Psychotherapeuten daher auf Lichttherapie, bei der die Patienten speziellen Lampen, die das Tageslicht imitieren, ausgesetzt werden.

Die Lichttherapie gibt es bereits seit den 80er Jahren. Zwischenzeitlich hat sich jedoch viel getan und die Technologie der Lampen konnte optimiert und an die individuellen Bedürfnisse der Patienten angepasst werden. So gibt es so genannte „Wohlfühllampen“ mit einer Leistung von weniger als 2.500 Lux für den Hausgebrauch, die bei leichten Symptomen eingesetzt werden können. Bei mittleren und schweren depressiven Verstimmungen ist hingegen eine therapeutische Lampe sinnvoll. Dabei handelt es sich um Lichtquellen, die über 2.500 bis etwa 10.000 Lux Strahlung erbringen. Da gute Geräte dieser Art jedoch teuer sind (300 bis 500 Euro) und die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten nicht übernehmen, gilt es abzuwägen, ob sich die Anschaffung eines
Geräts lohnt oder ob man sich lieber zu den Sitzungen in die Praxis des behandelnden Therapeuten begibt.

Aktuelle Studien zeigten, dass Lichttherapie nicht nur bei jahreszeitlich bedingten Depressionen wirksam ist, sondern auch einen unterstützenden Effekt bei der Behandlung schwerer chronischer Depressionen hat. Ebenso beim Prämenstruellen Syndrom sowie bei Schlafstörungen haben Betroffene positive Erfahrungen gemacht. Ferner lassen sich auch im Falle einer bipolaren Störung (manische Depression) mit dem Verfahren die Anzahl und die Schwere der Schübe verringern. Vor allem bei Frauen wurden auf diese Weise sehr gute Ergebnisse erzielt. Der große Vorteil der Methode ist, dass der Organismus durch keinerlei Medikamente belastet wird. Auch darf das Licht nicht mit der schädlichen Strahlung, wie sie beispielsweise in Solarien vorkommt, verwechselt werden. Die Therapieform gilt daher als nebenwirkungsfrei. Einschränkungen liegen nur bei bestimmten Augenerkrankungen vor. Besonders ältere Patienten sollten deshalb vor Therapiebeginn den Augenarzt befragen.

2010-03-16 14:26

Depressionen: Hilfe durch tiefe Hirnstimulation Depressionen: Hilfe durch tiefe Hirnstimulation

Innerhalb der letzten Jahrzehnte avancierten Depressionen in den Industrienationen zu einer wahren Volkskrankheit. Die Möglichkeit, den niedergedrückten Seelenzustand mit Hilfe von „Glückspillen“ – so genannter Antidepressiva – zu beseitigen, scheint dabei verlockend einfach. Doch besonders bei Patienten, deren Depressionen in Folge eines Schicksalsschlages oder einer belastenden Lebenssituation entstanden, ist eine rein medikamentöse Therapie häufig nicht ausreichend. In vielen Fällen empfehlen sich daher psychologische Maßnahmen wie Verhaltenstherapie oder eine tiefenpsychologische Analyse. Weiterhin stehen alternative Heilverfahren wie Licht- oder Hypnosetherapie zur Verfügung.

Trotzdem gibt es zahlreiche Betroffene, bei denen die herkömmlichen Behandlungsmaßnahmen nicht anschlagen. Für diese Patienten gibt es jedoch seit Kurzem neue Hoffnung. Mediziner der Universitätskliniken Bonn und Köln haben einen Zusammenhang zwischen Depressionen und einer Störung des Belohnungszentrums des Gehirns entdeckt. Zur Stimulation dieses Areals implantierten die Ärzte zehn erkrankten Personen Elektroden, sprich eine Art elektrische Schrittmacher, wie sie vereinzelt auch zur Behandlung der Parkinsonschen Krankheit verwendet werden. Mit erstaunlichem
Erfolg: Die Hälfte der Patienten verspürte innerhalb weniger Tage nach dem Einsetzen der Elektroden eine deutliche Verbesserung der depressiven Anzeichen. Auch ein Jahr später hatte die Behandlung nichts von ihrer Wirksamkeit eingebüßt, da im Gegensatz zu medikamentösen Therapien keinerlei Gewöhnung eintritt. Hin und wieder beobachteten die Mediziner das Auftreten unspezifischer Ängste bei den Patienten. Die Hirnfunktionen wurden jedoch nicht beeinträchtigt.

Der Effekt der tiefen Hirnstimulation besteht darin, dass der Hirnstoffwechsel langfristig verändert und anregt wird. Die Impulse wirken bis in den Hypothalamus und das limbische System des Hirns, sprich in den Regionen, in denen Erlebnisse und Gefühle verarbeitet werden. Auf diese Weise können schwere depressive Symptome bei bislang therapieresistenten Patienten gelindert und beseitigt werden. Da es sich jedoch grundsätzlich um einen schwerwiegenden und nicht risikofreien Eingriff handelt, muss die Entscheidung für eine Operation sorgsam und individuell abgewogen werden. Auch ethische Aspekte sollten stets in die Fallanalyse mit einbezogen werden.

2010-02-26 13:40

Depressionen erkennen - Hilfe annehmen Depressionen erkennen - Hilfe annehmen

Waren Depressionen von einigen Jahrzehnten noch weitgehend unbekannt, so kann man sie aufgrund von wachsendem Leistungsdruck in der Gesellschaft, als eine Art neuer Volkskrankheit betrachten. Die Forschung geht davon aus, dass etwa 17 % der Bevölkerung einmal im Leben an einer Depression erkranken wird.

Wie kann man eine normale Gemütsverstimmung, die wohl jeden ab und zu befällt, von einer echten Depression unterscheiden? Bei einer Depression sind alle Bereiche der Persönlichkeit, der Psyche und des Alltags, davon betroffen: das Denken, Fühlen, Handeln und das körperliche Befinden, ist hier beeinträchtigt. Das augenfälligste Merkmal einer Depression ist das negative und pessimistische Denken, es beherrscht den Betroffenen und vermittelt ihm das Gefühl, dass alles sinnlos ist und dass es keine Freude mehr gibt. Depressive Menschen quälen sich mit Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen, sie glauben nie mehr gesund und glücklich werden zu können.

Eine Depression geht auch mit verschiedenen körperlichen Symptomen einher, wie einer tiefgreifenden Erschöpfung. Der Erkrankte ist nicht mehr im Stande einfache Entscheidungen zu treffen, oder wird im Gegenteil von einer starken inneren Unruhe befallen. Oft führen diese Zustände zu Schlafstörungen und auch zu Ess- oder Sexualstörungen. Depressive essen entweder zu viel oder magern im Gegenteil stark ab, weil der Appetit fehlt. Auch körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Magenbeschwerden oder auch Herzschmerzen, können Begleiterscheinungen einer Depression sein.

Oft werden gerade sehr erfolgreiche Menschen von Depressionen befallen, hier scheint der wachsenden Leistungsdruck einer der Ursachen zu sein. In unserer Gesellschaft wird Schwäche nicht akzeptiert und wer die geforderte Leistung auf Dauer nicht bringen kann, fühlt sich ausgegrenzt und wertlos.

Depression ist kein Schicksal gegen dass es keine Hilfe gibt, wer erkrankt kann vielfältige Hilfe bekommen. Wichtig ist es hier sich nicht abzukapseln, sondern den Schritt nach vorne zu machen und sich professionelle Hilfe zu suchen.

2009-12-21 14:39

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