Transkranielle Magnetstimulation (TMS) kann bei schweren Depressionen helfen
Es gibt neue Hoffnung für Patienten mit schweren Depressionen, die mit Medikamenten nur unzureichend behandelt werden können. Transkranielle Magnetstimulationstherapie (TMS) kann dazu beitragen, den außer Kontrolle geratenen Hirnstoffwechsel wieder in die richtigen Bahnen zu lenken. Dabei handelt es sich um ein völlig neuartiges, nebenwirkungsfreies Therapiekonzept.
Bei depressiven Patienten stellen Ärzte häufig eine Unterfunktion des linken frontalen Hirnlappens fest. Mithilfe von TMS werden durch elektrisch erzeugte Magnetfelder, die durch die Schädeldecke zum betroffenen Hirnareal vordringen, die Nervenzellen im Stirnlappen angeregt. Nach der Anwendung kann es vorkommen, dass die Patienten vorübergehend einen leichten Kopfschmerz verspüren. Mit einer Sitzung erreichen rund 2.000 Reizimpulse die Gehirnzellen. Um einen tatsächlich spürbaren Effekt zu erzeugen, müssen die Anwendungen allerdings wiederholt werden. Empfehlenswert sind mindestens zehn Behandlungen in Folge.
Den Wissenschaftlern zufolge beruht der Erfolg von TMS keineswegs - wie zunächst angenommen - auf einem Placeboeffekt. Dies zeigte unter anderem eine Studie an 190 Patienten. Bei der Hälfte von ihnen wurde der linke präfrontale Kortex drei Wochen lang täglich knapp 38 Minuten stimuliert. Die übrigen Teilnehmer erhielten lediglich eine Behandlung mit einem ähnlich aussehenden Gerät, das keine Impulse erzeugte. Mithilfe der Stimulation verbesserte sich die depressive Symptomatik bei 14 Prozent der Teilnehmer, durch das Scheinverfahren dagegen nur bei fünf Prozent. Bei jedem zwölften Patienten könne TMS die Symptome sogar ganz beseitigen, berichten die Mediziner der Universität von South Carolina in der Zeitschrift "Archives of General Psychiatry".
Ob die Magnetstimulationstherapie wirklich einen Durchbruch für die Behandlung von Depressionen bedeutet, muss noch weiter erforscht werden. Zahlreiche Mediziner allerdings halten die Methode für vielversprechend und hoffen, dass TMS bald zu einem etablierten Verfahren weiterentwickelt wird.