Wenn Dysmorphophobie Depressionen auslöst
Das äußere Erscheinungsbild wird im 21. Jahrhundert immer wichtiger. Schönheit entscheidet zu einem nicht unerheblichen Teil über gesellschaftliche Anerkennung und Erfolg im Berufsleben. Der Druck wächst - und kann bisweilen psychische Folgen haben. So weisen immer mehr vor allem junge Menschen Symptome einer Dysmorphophobie, sprich einer Körperbildstörung auf.
Dysmorphophobe Menschen stören sich übermäßig an kleinen körperlichen Makel oder sehen schreckliche Schönheitsfehler, wo gar keine sind. Am häufigsten hadern sie mit Körperteilen wie Gesicht oder Kopf - beispielsweise mit Hautproblemen, einer zu großen Nase, abstehenden Ohren oder vermeintlich asymmetrischen Gesichtszügen. Nicht verwechselt werden darf die Erkrankung mit übertriebener Eitelkeit. Die Patienten leiden tatsächlich unter schweren Zwangsgedanken und Depressionen.
Auslöser der Erkrankung können neben dem gesellschaftlichen Druck ein geringes Selbstbewusstsein, Mobbing oder eine Störung des Hormonhaushalts sein. Die Betroffenen fühlen sich unverhältnismäßig unattraktiv und fürchten sich vor Zurückweisung. Nicht selten kommt es zu einem totalen soziale Rückzug, Angst vor Sexualität, Selbsthass und Selbsttötungsgedanken.
Nur wenige Patienten finden den Mut, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen - zu groß sind Angst und Scham. Dabei gibt es durchaus Hilfe. So zeigt der verhaltentherapeutische Ansatz gute Erfolge. Unterstützend kann zudem eine medikamentöse Behandlung mit Antidepressiva sein.
Kein Mittel gegen Dysmorphophobie hingegen sind Schönheitsoperationen. Wer sich krankhaft entstellt fühlt, wird auch nach einem entsprechenden Eingriff wieder Makel an sich finden. Seriöse Schönheitschirurgen lehnen die Behandlung von Patienten, die unter einer Dysmorphophobie leiden, deshalb in der Regel ab.