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Neues psychotherapeutisches Konzept bei chronischen Depressionen erfolgreich

Kurzzeitige depressive Phasen kennt fast jeder von uns. Im Gegensatz dazu dauern Depressionen mit chronischem Verlauf mindestens zwei Jahre lang an. Die Betroffenen sind meist stark psychosozial beeinträchtigt und kommen aus ihrem emotionalen Tief nur sehr schwer heraus. Häufig – in rund 70 bis 80 Prozent aller Fälle – sind frühkindliche Traumata die Auslöser der chronischen Depression. Die Ursachen sind allerdings komplex miteinander verquickt und die Erkrankung so oftmals nur schwierig therapierbar. Klassische Psychotherapien wie die interpersonelle Psychotherapie (IPT) oder die Tiefenpsychotherapie zeigen oftmals nur unzureichende Wirkung.

In den USA werden Patienten mit chronischen Depressionen nun immer häufiger nach dem CBASP-Modell (Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy) behandelt. Erste Studien zeigen: Die neue Therapieform ist vielversprechend. Das CBASP-Modell wurde speziell für Patienten mit chronischen Depressionen entwickelt und vereint kognitive, verhaltenstherapeutischen und interpersonellen Elemente. Ziel der Behandlung ist es, dass die Patienten wieder neue Beziehungen erlernen und ein Bewusstsein dafür entwickeln, welche Konsequenzen ihr Verhalten beim Gegenüber auslöst. Zusätzlich soll der Umgang mit Angst auslösenden Reizen geübt werden, ohne dass die Patienten dabei die üblichen Vermeidungstaktiken anwenden.

Die erste Studie zur Wirksamkeit des CBASP-Ansatzes wurde erstmals im Jahr 2000 belegt. Die Wissenschaftler verzeichneten eine Erfolgsrate von rund 85 Prozent bei den Patienten, die mit einer Kombination aus CBASP und medikamentöser Therapie behandelt wurden. Einer jüngeren Pilotstudie zufolge liegt die Erfolgsquote von CBASP knapp dreimal so hoch wie bei der interpersonellen Psychotherapie.

Aufgrund der guten Ergebnisse laufen derzeit mehrere größere Studien in Deutschland, die den Effekt des CBASP-Ansatzes sowohl bei stationären als auch ambulanten Patienten untersuchen. Vermutlich wird CBASP in Zukunft auch in Deutschland vermehrt zum Einsatz kommen. Vorträge und Schulungen sollen das Konzept unter Ärzten bekannter machen.

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