Vagusnervstimulation

Die Vagusnervstimulation ist eine Therapieform, die entstanden ist, nachdem durch Zufall bei Epilepsiepatienten, bei denen diese Therapieform angewendet wurde, eine Stimmungsaufhellung aufgetreten ist.

Das Prinzip der Behandlung ist eine regelmäßige elektrische Stimulation des Nervus Vagus (X. Hirnnerv), der dann weitere Impulse an das Gehirn weiterleitet und damit vermehrt neuronale Botenstoffe (Neurotransmitter), im Liquor (Gehirnflüssigkeit) freisetzt. Die elektrische Stimulation erfolgt durch einen Stimulator, ähnlich einem Schrittmacher, der neurochirurgisch unter dem Schlüsselbein implantiert wird und durch Elektroden mit dem im Halsbereich befindlichen Vagusnerv verbunden ist.

Die Indikation für diese Therapieform sind schwere therapieresistent Depressionsformen wie:

  • 3 oder mehrere Episoden einer Major Depression
  • 2 Major Depressionsphasen und eine positive Familienanamnese
  • 1 besonders schwere Episode oder kurze Episodenintervalle

Die Therapieform ist relativ sicher und gut tolerabel.

Oft kommt es zu einem späten Therapieerfolg (durchschnittlich 10,6 Monate)

Mittels bildgebender Verfahren können Veränderungen in den stimmungsrelevanten Hirnarealen nachgewiesen werden.

Als Nebenwirkungen können auftreten:

  • Heiserkeit
  • Hustenreiz
  • Schluckbeschwerden
  • Gefühlsstörungen