Tipps für Betroffene

Menschen, die an einer Depression erkrankt sind, wollen es oft am Anfang nicht wahr haben, denn der Beginn setzt schleichend ein und kann in seiner Stärke oft stark variieren.

In unserer Gesellschaft sind psychische Erkrankungen körperlichen noch nicht gleichgesetzt. Viele Menschen die Symptome einer psychischen Erkrankungen bemerken, verheimlichen diese, hoffen damit alleine fertig zu werden und leben in der Angst, dass andere Menschen kein Wissen über diese Erkrankung haben, und sie deswegen als ‚verrückt’ bezeichnen könnten.

Betroffene fühlen sich oft wert- und nutzlos und auch die Mitmenschen reagieren nicht immer empathisch (mitfühlend). So hören Betroffene oft ‚Du hast immer schlechte Laune!’ oder ‚Denk doch einfach positiv’, ‚Lass Dich nicht so gehen’ oder ‚mit Dir zusammenzuleben macht keinen Spaß mehr, Du hast Dich so verändert’.

Teils gut gemeinte Ratschläge können die Betroffenen nicht mehr annehmen und rutschen immer tiefer in die Krankheit und damit verbundenen Isolation hinein, weil sie sich von Anderen nicht mehr verstanden fühlen.

Betroffenen ist zumeist nicht das genaue Krankheitsbild einer Depression bekannt.

Zusätzlich fehlt ihnen oft der Antrieb etwas ändern zu können und die Hoffnung, dass sie wieder ein völlig normales Leben führen könnten.

Dies ist mit ein Grund weshalb Betroffene oft eine Odyssee hinter sich haben, bis sie sich fachliche Hilfe suchen.

Tipps bzw Verhaltensmaßnahmen, die Ihnen, wenn Sie betroffen sind, helfen können:

  • Überfordern Sie sich nicht! Wie bei anderen Erkrankungen sind Sie nicht mehr zu 100% leistungsfähig. Setzen Sie sich erreichbare Ziele! Haben Sie diese erreicht, sollten Sie sich dafür belohnen.
  • Wenn Ihnen negative Gedanken in den Sinn kommen, sollten Sie sich nicht zulange damit aufhalten und sie zu ernst nehmen, denn diese sind auch Teil der Erkrankung.
  • Sie sollten auf jeden Fall den Kontakt zu Familie, Freuden und Ihnen nahestehenden Personen nicht abreißen lassen. Vermeiden Sie einen Rückzug aus der Umwelt.
  • Alkohol und Drogen jeglicher Art sind keine Therapie. Sie dämpfen und verringern zwar kurzfristig die Symptome, eröffnen jedoch auf Dauer durch das Abhängigkeitspotenial neue Probleme.
  • Wenn es Ihnen noch möglich ist, versuchen Sie etwas zu unternehmen, was Ihnen vor der Erkrankung Spaß gemacht hat – treffen Sie sich mit Freunden, treiben Sie Sport, versuchen Sie sich mit Hobbys abzulenken, damit die depressive Verstimmung nicht Überhand gewinnen kann.
  • Sie sollten sich über Anzeichen depressiver Symptome genau informieren, um auch zu wissen, wo Sie derzeit stehen.
  • Wenn Sie keinerlei Freude mehr erleben können, sollten Sie einen Fachmann aufsuchen. Dieser unterstützt und hilft Ihnen in der Art und Weise, wie es zu diesem Zeitpunkt weder für Sie, noch für Ihre Angehörigen möglich ist.
  • Suchen Sie den Arzt Ihres Vertrauen (Allgemeinmediziner/FA für Psychiatrie) auf, der Ihnen eine medikamentöse Unterstützung anbieten kann, oder einen Psychotherapeuten, der Ihnen hilft Probleme, die sich hinter der Depression verbergen bewusst zu machen und Sie unterstützt neue Wege zu finden.
  • Setzen Sie sich nicht unter Druck! Eine Besserung mit medikamentöser Unterstützung werden Sie voraussichtlich erst in 14-21 Tagen bemerken, eine Behandlung und Lösung der verursachenden Problematik dauert seine Zeit.