Familiäre Belastungen

Aus Verlaufsbeobachtungen weiß man heute, dass die Wahrscheinlichkeit vor dem 18. Lebensjahr an einer Depression zu erkranken 2-3x so groß ist, wenn ein Elternteil erkrankt ist, waren beide Elternteile an einer Depression erkrankt, so verdoppelt sich das Risiko, selbst an einer Depression zu erkranken.

Zwillingsbeobachtungen bestärken den Hinweis der Erblichkeit von affektiven Störungen (Depressionen / Manie). Bei eineiigen Zwillingen (100% gleiches Erbgut) erkrankt in etwa 70% auch der zweite Zwilling, auch wenn sie getrennt voneinander aufwachsen. Bei zweieiigen Zwillingen (Erbgut entspricht Geschwistern) liegt die Erkrankungswahrscheinlichkeit des 2. Zwillings bei ca. 15-20%.

Aus Forschungen weiß man, dass bei adoptieren Kindern, die Wahrscheinlichkeit an einer Depression zu erkranken mit den Depressionen der leiblichen Eltern besser korreliert, als mit deren der Adoptiveltern. So dürfte das Erbgut bei Adoptivkindern eine größere Bedeutung in der Entstehung der Depressionen spielen, als die Lebensbedingungen.