Depressionen im Kindesalter

Depressionen im Kindesalter – In westlichen Industrieländern leiden bis zu 4% der Grundschulkinder und bis zu 8% der Jugendlichen an depressiven Störungen. Auch in Österreich ist die Depression mittlerweile eine Volkskrankheit, von der jeder Zehnte betroffen ist. Bei frühzeitiger Behandlung ist die Prognose günstig.

Die Krankheit zu erkennen, ist jedoch nicht so einfach. Schon bei Erwachsenden ist die Diagnose schwer, doch bei jungen Menschen ist sie noch viel schwieriger, weil sich altersbedingte Verhaltensauffälligkeiten und Krankheitssymptome überlagern. Die Reifeprozesse im Jugendalter führen zu erheblichen Veränderungen, die jeder Jugendliche anders bewältigt. In dieser instabilen Zeit kann sich eine Depressionserkrankung entwickeln.

Depressive Kinder haben andere Symptome als Erwachsene

Depressionen im Kindesalter

Depressionen im Kindesalter – Fotolia © Antonioguillem

Je jünger die Kinder sind, desto stärker unterscheiden sich die Anzeichen gegenüber Erwachsenen. Während jüngere Kinder einfach nur den Kopf hängen lassen, werden ältere Schulkinder nicht selten aggressiv. Grundschulkinder besitzen noch nicht die Fähigkeit, Niedergeschlagenheit zu spüren oder sie zu benennen. Infolge dessen sprechen sie eher von Bauchweh oder Kopfweh, wenn sie gefragt werden, was ihnen fehlt. Eine Depression ist ein komplexes Phänomen, dessen Sichtbarkeit oft erst den Endpunkt einer Entwicklung darstellt. Typische Symptome sind Appetitlosigkeit, Schlafstörungen und Inaktivität bis hin zu apathischem Verhalten. Ihre Stimmungslage ist labil. Depressive Vorschulkinder sind reizbar und haben oft Schlafstörungen. Auch ist ein abnehmendes Interesse an Aktivitäten und ihrer Umgebung festzustellen. Verliert das Vorschulkind seine Spielfreunde, sollten Eltern dieses Warnzeichen ernst nehmen und möglichst bald eine Psychologen oder Therapeuten aufsuchen.

Die Schule sollte möglichst aufmerksam sein

Im Schulalter leiden die Erkrankten an Traurigkeit und großen Ängsten. Eine häufige Sorge der Schulkinder ist die, von den Eltern nicht genügend wahrgenommen zu werden. Wenn die schulischen Leistungen ohne erkennbaren äußeren Grund abnehmen, sollten sich Eltern verstärkt darum kümmern. Nicht selten hegen die Betroffenen bereits in frühen Jahren Selbstmordgedanken. Halten die Symptome mehrere Wochen an, ist der Besuch beim Kinderpsychiater dringend anzuraten.

Nicht jedes Kind unter Stress entwickelt eine Depression

Damit Depressionen entstehen können, müssen verschieden Faktoren zusammenkommen. Auch ist zwischen einer depressiven Verstimmung und einer Depression zu unterscheiden. Negative Lebensereignisse wie Scheidung oder Tod eine Elternteils, genetische Veranlagung und familiäre Konstellationen können ein Gemisch ergeben, das Depressionen begünstigt. Besonders gravierend sind psychosoziale Faktoren wie depressive Erkrankungen der Eltern, körperlicher und seelischer Missbrauch, Vernachlässigung, aber auch Kommunikationsprobleme im Elternhaus. Schulkinder können Auffälligkeiten entwickeln, die dann von Lehren entdeckt werden, denen aus gesetzlichen Gründen oft die Hände gebunden sind.

Seelischer Stress durch Mobbing im Internet

Eine Ursache für die gestiegene Zahl an Depressionserkrankungen bei Jugendlichen ist neben der Pubertät schulische Überforderung, aber auch Mobbing in den sozialen Netzwerken. Aktuellen Zahlen zufolge sind ganze 30 % der Schüler mit Beleidigungen und Mobbing im Netz konfrontiert, Tendenz steigend. Die meisten von ihnen sprechen nicht darüber, weil sie sich schämen oder sich selbst die Schuld geben. Stress durch Beschimpfung im Netz ist jedoch ein hoher Risikofaktor für seelische Erkrankungen und Suizid. Auch depressive Episoden sollten behandelt werden, wobei die Eltern oder Erziehenden immer mit einbezogen werden müssen. Ziel der Behandlung ist die Beseitigung auslösender Faktoren. Bei schweren Formen müssen auch bei betroffenen Schulkindern und Jugendlichen Medikamente gegeben werden.

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